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Feuer und Flamme für die Uckermark

Feuer und Flamme für die Uckermark

Brandenburger Unternehmer auf Talentsuche an Stralsunder Hochschule

Marwin Höpfner steht auf dem Flur in der dritten Etage des Hauses 21 der Hochschule Stralsund und ist ins Gespräch mit Sabrina Melkau-Echtmann vertieft. Marwin absolviert gerade einen Masterstudiengang, Thema Kleine und Mittelständische Unternehmen, Schwerpunkt Marketing und Vertrieb. Er ist auf der Suche nach einem Praxispartner, der ihm ein Thema für seine Masterarbeit geben kann. Sabrina Melkau-Echtmann ist Personalerin bei der Schwedter Leipa GmbH. Der Papierhersteller sucht für seine Logistik-Sparte noch einen Masterstudenten, der dem Thema Vergütung und Tarife bei Subunternehmen in der Logistik-Branche wissenschaftlich zu Leibe rücken soll. Vielleicht, so ihre Hoffnung, hat sie mit Marwin Höpfner den richtigen Partner dafür gefunden. Solche Gespräche führen sie und andere Vertreter von brandenburgischen Unternehmen an diesem Donnerstag mehrfach auf den Hochschulfluren.

Die Brandenburger sind in Vorpommern auf der Suche nach Fachkräftenachwuchs und nutzen die „SUPA“ dafür, die Stralsunder Unternehmens-, Praktikanten- und Absolventenbörse, die mit etwa 140 Ausstellern die mittlerweile größte Firmenkontaktmesse in Mecklenburg-Vorpommern ist. Unternehmen werben hier an diesem Tag unter den Studenten für ihre Jobangebote im Fachkräftebereich. Längst haben auch die Unternehmen aus dem südlichen Nachbarland diese Messe als eine mögliche Nachwuchsquelle für sich entdeckt. Auch Reinhold Weiser, Geschäftsführer des Angermünder Solaranlagen- und Heizungsbauers „Akotec“ ist an diesem Tag auf den Fluren der Hochschule anzutreffen. Er hatte bereits im Jahr 2014 einen Studenten aus Stralsund bei sich zu Gast. Matthias Hänschke, Student an der Fachhochschule Stralsund, absolvierte im Jahr 2014 ein achtmonatiges Praktikum bei der Angermünder Firma Akotec, entwickelte ein Relegungskonzept für Solaranlagen in Kombination mit einem Feststoffkessel und schrieb mit Unterstützung von AkoTec seine Abschlussarbeit zum Thema „Solaranlage in Kombination mit einer Wärmepumpe“.

Das Schwedter Wach- und Dienstleistungsunternehmen „WDU GmbH“ ist ebenfalls mit seinem Geschäftsführer Siegmund Bäsler vor Ort und wirbt mit Bachelorthemen um das Interesse der Studierenden. Gleich fünf mögliche Bachelorarbeiten können bei ihm geschrieben werden: Gesundheitsmanagement, Marketing, Controlling, Personalmanagement und IT. Anna Lindner, Miriam Fleischer und Laura Kayserling, allesamt BWL-Studentinnen im 6. Semester im Bachelor-Gang, hängen an seinen Lippen. Auch sie suchen noch nach Praxispartnern. „Klingt interessant, sagt Anna Lindner, die aus Thüringen kommt, in Vorpommern studiert und den Gedanken charmant findet, vielleicht in Brandenburg Praxiserfahrungen zu sammeln. Als angenehm empfinden alle drei, wie sie hier von den Unternehmen umworben wurden. „Glaubt man Älteren, war das früher ganz anders“, sagt Anna Lindner. „Da konnte man sich als Student sozusagen in der Warteschlange vor den Personalabteilungen der Unternehmen anstellen. Das hat sich komplett gedreht. Ich genieße die Wertschätzung und Achtung, die mir hier von vielen Unternehmen entgegengebracht wird.“

Bäsler, der auch der Präsident der uckermärkischen Unternehmervereinigung ist, benennt für diese Änderung deutliche Zahlen: „In den nächsten fünf bis sieben Jahren brauchen unsere großen Industriebetriebe, Leipa beispielsweise oder auch unsere PCK-Raffinerie jeweils bis zu 500 neue Mitarbeiter. Deshalb hat Nachwuchswerbung einen immens hohen Stellenwert“, sagt er. Und deshalb beteiligt sich auch die Unternehmervereinigung seit 2014 an der SUPA und hat auch einen Kooperationsvertrag mit der Stralsunder Hochschule abgeschlossen. Erste Ergebnisse sind sichtbar: Beispielsweise studieren derzeit zwei Studenten für die Schwedter Leipa-Papierfabrik im dualen Studiengang in Stralsund und werden danach nach Schwedt zurückkehren.

Marwin Höpfner findet das Masterarbeit-Angebot von Leipa ebenfalls interessant. „Mal sehen, vielleicht wäre das was, aber entscheiden möchte ich das jetzt noch nicht.“ Wozu auch: Auf den Fluren der Hochschule stehen an diesem Tag noch über 100 weitere Unternehmen mit ihren Angeboten. Denn auch das ist neu: Der Konkurrenzkampf unter den Unternehmen um den Nachwuchs ist ausgebrochen.

 

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